Fast genauso gut wie zu Hause Artikel

Fast genauso gut wie zu Hause

Artikel vom 11.11.2008 im Kölner Stadtanzeiger

Die Mensa im neuen Juze ist eröffnet: Mit viel Andrang, aber ohne Drängelei, startete das neue Mittagsangebot. Nur Salat mit Thunfisch wollte kaum jemand.

Fast genauso gut wie zu Hause Artikel

Rösrath - Hähnchenkeule mit Mischgemüse und Kartoffelbrei ist der große Renner am ersten Tag in der Mensa. 100 Schüler haben sich das Gericht in der Vorwoche bestellt, jetzt stehen sie Schlange in dem geräumigen Speiseraum, welcher der neu eröffneten Katholischen Jugendfreizeitstätte (Juze) angegliedert ist. Auf dem zweiten Platz der Beliebtheitsskala steht Gemüsepizza, die an 50 Mädchen und Jungen ausgegeben wird - für Salat mit Thunfisch haben sich dagegen nur 20 Schüler entschieden.

Fast genauso gut wie zu Hause Artikel

Unter den Hähnchen-Essern sind Lukas und Jan-Patrick (beide 11), „gut" ist ihr knapper und gleich lautender Kommentar zu dem Gericht. Verglichen mit den Kochkünsten ihrer Eltern finden sie das Mensa-Essen nicht besser oder schlechter, sondern „gleich". Der elfjährige Felix ist mit seiner Pizza dagegen nicht ganz zufrieden: „Ich finde sie ein bisschen breiig."

Eine Mädchengruppe am Nebentisch legt das Augenmerk weniger auf solche Geschmacksfragen. Sie lobt den großen Fortschritt, dass Schüler des Freiherr-vom-Stein-Schulzentrums nun warmes Mittagessen bekommen können. „Da muss man nicht so viel von zu Hause mitschleppen", meint Anke (11). Schulleiter Ulrich Porschen vom Gymnasium sieht es ähnlich: „Die Butterbrote von zu Hause reichen nicht. Die sind schon in der ersten Pause aufgegessen." Durch die Mensa würden die Schüler auch zu regelmäßigem Essen angehalten: „Die würden lieber draußen toben." Nicht zuletzt durch das achtjährige Gymnasium hat der Unterricht am Nachmittag zugenommen, an diesem Montag müssen Fünft- und Sechstklässler sieben oder acht Schulstunden durchhalten. Für die einstündige Pause nach fünf Unterrichtsstunden können sie nun die Mensa nutzen.

Lange Schlangen zum Start der Essensausgabe verzeichnet das Mensa-Team am ersten Tag. Jugendamtsleiter Klaus Graß rechnet aber damit, dass die Schüler künftig nicht alle auf einmal kommen. Zu Wartezeiten trägt auch die Barzahlung bei, allerdings sollen in wenigen Wochen zwei Bon-Automaten im Schulzentrum aufgestellt werden, die das Kassieren an der Theke überflüssig machen. Frank Neumann vom Forsbacher Integrationsbetrieb „Die Kette", der das Mensa-Essen liefert, lobt die Disziplin der wartenden Schüler: „Für den ersten Tag hat das sehr gut geklappt, ohne Stress." Der Preis von 2,80 Euro für das warme Essen ist immer gleich - die Schüler sollen unabhängig von finanziellen Erwägungen auswählen. Neumanns Befürchtung, die Schüler könnten ihre Bestellung von letzter Woche vergessen haben, erweist sich nach dem ersten Ansturm als unbegründet: „Die wussten ganz genau, was sie bestellt hatten."


Quelle: KSTA
www.rhein-berg-online.ksta.de/html/artikel/1218660808149.shtml

© DK-Integrationsbetriebe gGmbH 2010